Weltcupabschluss: 3-2 für Andi

17.10.2018

Das Weltcupfinale fand dieses Jahr in Tschechien statt. Die Ziele für das Wochenende waren für mich und Andi unterschiedlicher Natur. Während ich mir zum fünften Mal den Gesamtweltcup unter den Nagel reissen wollte, stand bei Andi nicht die Gesamtwertung im Vordergrund, sondern Top-Resultate bei den einzelnen Rennen.
Bereits vor der Anreise entschied ich mich, die Sprintstaffel auszulassen, um mich voll auf den Kampf im Gesamtweltcup fokussieren zu können. Mit vier Rennen in vier Tagen war das Programm sowieso am oberen Limit!

Gestartet wurde das Weltcupfinale mit einem Knock-out-Sprint bestehend aus Quali, ¼-Final, ½-Final und Final. Die Quali ist klassischer Sprint OL mit einer Siegerzeit von ca. 11 Minuten. Ab dem ¼-Final wird im Knock-out-Modus gelaufen. Sprich es starten sechs Läufer zusammen und die drei (respektive zwei im Halbfinal) besten Läufer avancieren eine Runde weiter.
Damit man nicht nur nachrennen kann und dann mit einem sauberen Zielsprint alle überholen kann, sind die IOF-Funktionäre wie wild am Ausprobieren von neuen Rennformaten. Bisweilen sind die Rennen aber so kompliziert und unübersichtlich, dass es selbst für uns unmöglich war, während dem Rennen den Überblick zu bewahren…
Zu unseren Rennen: Andi und Ich liefen eine souveräne Quali und auch das ¼-Final war noch keine zu grosse Hürde. Im ½-Final kam es dann zum Brüder-Duell. Wir mussten uns also nicht nur gegen die Konkurrenz durchsetzen- viel schlimmer- es hätte auch sein können, dass der Bruder dir den Platz an der Sonne wegschnappt.
Doch keiner von uns packte den Dampfhammer aus (der lieblingsschlag aller Bud Spencer-Fans) und so schieden wir sang und klanglos aus!
Andi war aber vor mir im Ziel im Halbfinal und meinte dann trocken, dass er nun 1:0 führe an diesem Wochenende. Nach dem Knock-out war es ein zusätzlicher Schlag in die Magengrube…

Andi ist spätestens nach dem Sieg der Sprint-Staffel ein Spezialist für diese Disziplin! Bei drei Starts für Schweiz 1 lief er mit dem Team auf die Ränge 1. (Weltcup Polen), 3. (EM Tschechien) und 1. (Weltcup Tschechien). Es war ein souveräner Auftritt des gesamten Teams und der Sieg mehr als verdient! Auch wenn ich nicht am Start, oder gerade deshalb (Forfait-Niederlage, da nicht angetreten), meinte Andi es stehe nun 2-0. Alles argumentieren meinerseits nützte nichts. Andis Arbeitstag war sehr erfolgreich: 2-0 Führung und ein Staffel-Weltcupsieg!

So ein Einzel-Weltcupsieg wäre auch mal was, dachte sich Andi nach der Staffel und ging entsprechend forsch ans Werk über die Mitteldistanz. Er machte das wirklich ganz gut und seine Scheibenwischer-Taktik, gepaart mit viel Verstand für die geologischen Formen der phantastischen Sandsteintürmen und einer sensationellen Physischen-Leistung  (Watt pro Kilogramm mit Abstand der beste Wert) bescherten ihm beinahe den ersten Weltcupsieg. Er musste sich lediglich vom Lokalmatador geschlagen geben, der geschickt seinen Heimvorteil ausnützte (Solche Geschichten gibt es im OL zuhauf!). Zweiter Sieger. Karriere-Bestresultat. Fantastisch.


Da ich Gefallen fand an den Steinformationen und diese länger begutachtete als Andi, stand es bereits 3-0 in der internen Familienwertung. Oder lag es an den Nerven?


Denn mich interessierte die Familienwertung sichtlich wenig, schwirrte mir doch die ganze Zeit die Weltcup-Gesamtwertung im Kopf herum. Und da wusste ich bereits vor dem abschliessenden Wettkampf, dass ich mir diesen Punkt gegenüber Andi holen werde. Die einzige Frage war, ob ich meinen Vorsprung im Gesamtweltcup beim abschliessenden Sprint halten könnte gegenüber Hubmann und Lundanes!

Die Ausgangslage war klar: Hubmann hätte sich in den ersten zwei Rängen klassieren müssen, damit er eine realistische Chance auf den Sieg gehabt hätte. Ich hätte also sehr gut Schützenhilfe vom WM-Bronzemedaillengewinner (Wenn der Speaker den Namen Andreas Kyburz in den Mund nahm, war es bisher sehr oft mit «der grosse Bruder von Matthias» verbunden. Seit dem Gewinn der Bronzemedaille an der WM wird nun vom «Bronzemedaillengewinner» gesprochen. Ich finde das wirklich echt schade) gebrauchen können. Auf den Bruder war an diesem Tag aber kein Verlass! Nach seinen Parforceleistungen war die Energie ein wenig draussen und er beendete die internationale Saison mit einem 18. Rang.
Aber zum Glück habe ich schon seit langem gelernt, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Mit einem dritten Rang verwertete ich den Matchball und gewann zum fünften Mal den Gesamtweltcup!

Die Familieninterne Wertung des Weltcupfinals verlor ich somit 3-2! Andi genoss dieses Resultat und war zudem sehr zufrieden mit seinen Leistungen zum Saisonschluss! Mir war es diesmal (fast) egal, da ich die Weltcupgesamtwertung doch noch ein wenig höher einstufe!

Wie auch immer, es war ein sehr erfolgreicher Saisonabschluss für uns zwei! So lässt es sich gut in die wohlverdiente Saisonpause gehen!

 

Wir möchten uns ganz herzlich bei all unseren Fans für die tolle Unterstützung bedanken! Wir freuen uns immer riesig, wenn ihr uns vor Ort unterstützt oder ihr uns eine Nachricht schickt! Nochmals herzlichen Dank und bis bald an der GV am Freitag 23. November in Möhlin!

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