2x 10 Tage im Norden

02.05.2019

Die Arbeit vor der WM.

Teil 1, 29.03.-07.04

Tag 1: Flug nach Göteborg und Autofahrt an der Westküste entlang nach Norden. Kurz vor der schwedischen Grenze machten wir noch einen Halt im Nordby-Shoppingzentrum, um uns einen bezahlbaren Hamstervorrat anzulegen. 20:30 Uhr: Nacht-OL Nattsvermern. Technischer und koordinativer Kaltstart. Auf den letzten Posten konnte ich den Sieg nach Hause laufen. Andi folgte auf Rang 5.

Tag 2:
Mitteldistanzrennen in Fredrikstad. Bei Tageslicht fühlten wir uns beide deutlich sicherer. Die Müdigkeit nach dem Reisetag und dem Nachrennen konnte wir noch unterdrücken. Die (noch) nicht so stabile Technik aber nicht vollends. Dennoch reichte es für mich zum zweiten Sieg innert 12 Stunden und Andi klopfte mit Rang 3 auch am Podest an.

Tag 3:
Grossaufmarsch der Tyrving-Brüder! Tolles Langdistanztraining an der Küste in Fredrikstad.

Tag 4:
Nach einem harten OL-Intervalltraining am Morgen gönnten wir uns einen längeren Mittagsschlaf. Beim Aufwachen fühlten wir uns noch nicht frischer. Nach kurzer Rücksprache mit Andi entschieden wir uns für einen Dauerlauf auf Kieswegen anstatt einem OL-Training im Gelände. Nicht das beim Jogging gebummelt wurde, aber der Wechsel der Unterlage war richtig wohltuend.

Tag 5:
Höhenkurven OL-Training vom Klubhaus von Fredrikstad SK aus. Wie sahen dabei so alt aus wie die Karte wohl selbst ist. Aber warum eine Karte mit LIDAR-Daten erstellen, wenn ohnehin jedes Mitglied weiss, wo sich die Kuppe hinter dem Klubhaus befindet?

Tag 6:
Paradiesisches Langdistanz-Training in der Nähe von Halden. So macht trainieren Spass. Die WM-Vorbereitung in Estland und Lettland waren wirklich ein Knorz dagegen!

Tag 7:
Wiederum zwei OL-Trainings. In diesen beiden Wäldern trainierten wir bereits vor der OL-WM 2016 in Schweden. 2011 und 2012 waren die WM-Hauptorte 100 Kilometer voneinander entfernt (Annecy und Lausanne). 2016 und 2019 sind sie gerade mal 50 Kilometer auseinander (Strömstad und Sarpsborg).

Tag 8:
Die Müdigkeit machte sich langsam aber sicher bemerkbar. Um uns vor den beiden Rennen vor dem Wochenende zu schonen absolvierten wir nur ein OL-Training an diesem Tag. Den Nachmittag verbrachten wir mit der Planung des nächsten Trainingslagers rund um Sarpsborg über die Ostertrage!

Tag 9:
Mitteldistanz Wettkampf in der Nähe von Sarpsborg. 180 Eliteläufer auf der Startliste. Angetreten sind wohl deutlich weniger (da man in Skandinavien öfters über Halsweh klagt als im Rest der Welt), aber die Quote war noch immer deutlich höher wie bei den Leichtathleten. Gestartet wurde in drei Herren Elite Feldern. Ich konnte im dritten Rennen in Norwegen meinen dritten Sieg feiern. Andi gönnte sich einen falschen Posten und schaffte somit einen lupenreinen «Disqualifiziert»-Hattrick innerhalb eines Monats. Auch nicht schlecht.

Tag 10:
Zum Abschluss bestritten wir im selben Wald wie Tags zuvor noch ein Langdistanz- Rennen. Ich hielt meine reine Weste und gewann zum vierten Mal in Folge! Andi konnte nur knapp einen weiteren Fehlstempel verhindern. Vermeintlich den letzten Posten gestempelt (ein Kinder-OL Posten mit einer Schildkröte drauf) und sich mit viel Schwung in den Zieleinlauf begeben, tauchte plötzlich nochmal ein Posten auf (diesmal der richtige mit Nummer 100). Gekonnt bemerkte er seinen Lapsus stempelte noch den richtigen Posten und überliess die weiteren «Giraffe», «Leu» und «Zebra» Posten den Kids. Mit Rang 5 deutete er abermals an, dass mit ihm zu rechnen ist.
 

Das Zwischenprogramm

Bestand aus Klassikern wie auspacken, waschen, Blumen giessen, arbeiten, unsere Liebsten vertrösten. In nicht mal zwei Wochen ging es weiter mit dem zweiten Block.

Mit der Mitteldistanz-Schweizermeisterschaft stand ein erster Formtest statt, den wir beide mit einer Podest Platzierung bestanden.

 

Teil 2, 19.04-28.04

Tag 1:
Wiederum Flug nach Göteborg und Autofahrt in den Norden. Re-Run der WM Mitteldistanzbahn von 2016, wo ich Weltmeister wurde. Positive Vibes für mich, Vergangenheitsbewältigung für Andi.

Tage 2-6:
Ganz nach dem Motto: Essen, schlafen, trainieren. Total 11 qualitativ gute OL-Trainings in 6 Tagen. Wir legten dabei ein Augenmerk, wie wir am besten längere Routenabschnitte in diesem Gelände meistern können. Fazit: Das war ein richtig guter Trainingsblock, welcher uns viel Routine und Selbstvertrauen gab.

Tag 7:
Längere Autoreise nach Südschweden, wo wir mit unserem Norwegischen Klub Tyrving auf die 10Mila vorbereiteten.

Tag 8:
Zwei kürzere Training, Taktik Besprechung und viel herumhängen.

Tag 9:
Noch mehr herumhängen, bis es so richtig langweilig wurde. Letzte Teambesprechung. Wir hatten ein starkes Team beisammen mit dem wir aufs Podest laufen konnten. Ich lief die letzte Strecke, Andi die zweitletzt. Um 21.00 gingen wir ins Bett.

Tag 10:
Tagwache war um 02.45 morgens. Das schöne Wetter war längst vorbei. Draussen regnete es und es war kalt und dunkel. Um 05.30 startete Andi seine kurze Strecke und übergab mir nach einer guten halben Stunde. Leider hatte unser Team nicht den besten Tag, bzw. die beste Nacht. Als 7ter gestartet, konnte ich mich noch eine Position verbessern. Rang 6 ist sicher ok, aber wir wussten alle, dass mehr möglich gewesen wäre.

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